Versicherungen weltweit
Europa und Nordamerika bilden traditionell zwei der größten Versicherungsmärkte weltweit, obwohl sich das größte Wachstumspotenzial auf den Märkten Asiens befindet.
Die Finanzkrise wirkte sich auf die Geschäftstätigkeit aller Versicherungsgesellschaften weltweit aus. Laut einer Veröffentlichung der Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re, betrugen der Versicherungsprämien im Jahr 2008 weltweit 4.270 Mrd. USD (d. h. 2.093 Mrd. EUR), was einen Anstieg von 3 – 4 Proz. im Vergleich zum Jahr 2007 bedeutet (der Anstieg der eingenommenen Prämien im Jahr 2007 betrug 11 Proz.). Bei einem Vergleich der einzelnen Weltregionen, konnte man feststellen, dass nur in Europa kein Anstieg der Versicherungsprämien stattgefunden hat.
Versicherungsbeiträge in verschiedenen Regionen der Welt (Bio. Dollar)
Der Vergleich der Länder der Europäischen Union mit dem führenden Versicherungsmarkt – den USA – unterstreicht das Potenzial des europäischen Versicherungssektors. Die Bedeutung des Versicherungssektors – gemessen durch das prozentuale Verhältnis der eingenommenen Prämien zum BIP des jeweiligen Jahres (Versicherungsdurchdringung) – beträgt in den USA 10 Proz. wobei diese Kennzahl als mittlerer Durchschnitt für alle EU-Länder nur 8,5 Proz. beträgt. Ohne Berücksichtigung der Kfz-Versicherungen – die Kfz-Haftpflichtversicherung für Fahrzeughalter und Kraftfahrer ist praktisch überall obligatorisch – betragen die Versicherungsprämien in den USA rund 4,7 Proz. des BIP, wohingegen diese in den Ländern der Europäischen Union nur 2,2 Proz. ausmachen. Teilweise lässt sich diese Differenz zwischen Europa und den USA mit den unterschiedlichen Sozialversicherungssystemen erklären.
Es treten jedoch auch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherungsmärkten der Europäischen Union selbst auf. In einigen Ländern lässt sich der Grad der Versicherungsdurchdringung mit den in den USA in dem Bereich vorkommenden Werten vergleichen, während andere Länder einen geringen Wert dieser Kennzahl vorweisen können. Der höchste Grad der Versicherungsdurchdringung (Anteil der Beiträge an dem BIP) kann in Luxemburg, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien beobachtet werden, wo er einen Wert von über 10 Proz. erreicht, wohingegen sein Wert in den neuen EU-Ländern zwischen 1,5 Proz. und 5,7 Proz. pendelt. Eine Differenz tritt sowohl zwischen den alten EU-Ländern als auch bei den neuen Ländern der Union auf. Der polnische Versicherungsmarkt stellt etwas über 1 Proz. der in Europa eingezahlten Beiträge dar und gehört zu den sich am schnellsten entwickelnden Märkten auf dem Alten Kontinent.