Versicherungsrisiko

Das Risiko ist Ihr ständiger Begleiter und ist mit allen Handlungen, die Sie unternehmen verbunden. Man kann zwei Arten von Risiken unterscheiden: die spekulativen und die reinen Risiken. Die Ersteren sind Folgen von Handlungen, die Sie in der Hoffnung unternehmen, dass Sie Ihnen Vorteile bringen, obwohl sie auch zu Verlusten führen können (z. B. Aktienkauf an der Börse). In solchen Situationen wird das Risiko mehr oder weniger bewusst in Kauf genommen.

Es gibt auch zufällige Ereignisse, auf die Sie keinen Einfluss haben und die Sie nicht beabsichtigen, deren Folgen aber nur Verluste/Schäden zu Folge haben (z. B. ein Autounfall, Brand). Dabei handelt es sich um das reine Risiko. Es ist nicht immer möglich durch Ihr Verhalten diese Risiken zu reduzieren (z. B. umsichtige Fahrweise, eine gute Brandschutzanlage), und die Auswirkungen übersteigen häufig Ihre laufenden Ersparnisse. Deshalb werden bei reinen Risiken oft die von Versicherungsgesellschaften angebotenen Versicherungen in Anspruch genommen.


Versicherungsprodukte basieren auf dem Mechanismus der Risikostreuung und betreffen künftige Ereignisse. Aus der Sich eines Individuums, ist die Zukunft nur wenig vorhersehbar. Es ist schwierig vorherzusehen, ob im nächsten Jahr in Ihrem Haus ein Feuer ausbricht. Allerdings ist das, was sich für das Individuum nur schwer vorhersehen lässt, mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit für die Allgemeinheit bestimmbar, also z. B. die Anzahl der Hausbrände in Polen pro Jahr.

Dieses Wissen ermöglicht es die Höhe der Mittel, die für die Finanzierung der Unglücksfolgen benötigt werden, vorherzusehen. Wenn der obige Betrag auf alle (oder einen großen Teil) der Gemeinschaft aufgeteilt wird, ist die Belastung im Verhältnis zu den potenziellen Verlusten des Einzelnen, relativ gering, und es lässt sich sicherstellen, dass keiner der Gemeinschaft finanzielle Verluste (außer dem Beitrag) im Zusammenhang mit dem Hausbrand erleiden muss. Eine derartige Gemeinschaft wird als Risikogemeinschaft und die beschriebene Finanzierungsmethode der negativen Folgen, als Versicherung bezeichnet.


Man sollte beachten und betonen, dass der Versicherungsbeitrag sich nach dem Risiko richtet und das Risiko von der Wahrscheinlichkeit und von dem Wert des potenziellen Schadens/Verlustes abhängig ist. Der Versicherte, der imstande ist die Wahrscheinlichkeit oder die Höhe des Schadens zu minimieren, kann mit einem geringeren Beitrag rechnen. Die oben genannte Abhängigkeit führt ebenfalls dazu, dass je höher die Versicherungssumme ist, desto höher auch das Risiko und im Endeffekt auch der Beitrag ist. Die Individualisierung des Beitrages wirkt einer Antiselektion entgegen, die bei einer Beitragsvereinheitlichung auftreten könnte. Die Antiselektion (Gegenauslese) besteht darin, dass Personen, deren Risiko unter dem Durchschnittsrisiko liegt, auf einen Versicherungsschutz verzichten, da sie diesen als nicht rentabel betrachten, Personen mit einem höheren Risikofaktor bleiben jedoch versichert. Dies führt dazu, dass die Schadensrate für die Risikogemeinschaft höher ist als für die ganze Bevölkerung und eine Beitragserhöhung notwendig erscheint. Nach der Erhöhung kann sich ebenfalls erweisen, dass diejenigen, bei denen das Risiko unter dem Durchschnitt der Risikogemeinschaft liegt, auf die Versicherung wegen Unrentabilität verzichten, und diejenigen mit dem höheren Risikofaktor weiterhin versichert bleiben.

Die Beitragshöhe richtet sich im großen Maße nach der Höhe und der Art des Risikos, das den Versicherungsgegenstand darstellen soll. Allerdings stellen die aktuelle Häufigkeit der Ereignisse und deren Ausmaße nicht die einzigen Kriterien für die Berechnung des Beitrages dar. Wichtig sind auch die Risikomerkmale, welche die Genauigkeit der Schätzung der potenziellen Versicherungsleistungen beeinflussen. Das Risiko einer Versicherungsgesellschaft besteht in der Entstehung einer Situation, in der die tatsächliche Schadensrate, das Verhältnis der ausgezahlten Leistungen zu den erhaltenen Beiträgen, höher ist als bei der Bestimmung der Prämienhöhe angenommen wurde. Deshalb ist es wichtig, dass das Risiko vorhersehbar bleibt, also sollte die Versicherungsgesellschaft auf der Grundlage der vergangenen Ereignisse in der Lage sein, mit einer großen Wahrscheinlichkeit die Häufigkeit und die Ausmaße künftiger Schäden zu bestimmen.